sonntägliche bäckerbeobachtungen

der sonntägliche gang zum bäcker hat etwas sehr erquickliches, bietet er doch einen sehr präzisen schnitt durch die nordstädter bürgergemeinschaft.

da ist zum beispiel das abgewrackte drogenopfer, das nur in badeanzug und hot pants gekleidet fragt, ob ich ihr etwas schenken würde (sie bekam dann ein croissant von mir).


der besoffene partygänger, der für zu hause brötchen und kräutertee kauft, schläft zwar fast ein beim bestellen, ist mir aber um einiges lieber, als die übereifrige jungmutter, die ihr kind, welches eigentlich keinen bock darauf hat, im schneckentempo die brötchen bestellen lässt.


das frühmorgendliche highlight ist dann die unentschlossene philosophiestudentin, die sich nach gefühlt zehn minuten für „zwei normale brötchen“ entscheidet. ihre hibbeligkeit sorgt dafür, dass sie nicht in der lage ist, das ec-kartengerät zu bedienen. letztendlich beschwert sie sich natürlich darüber, dass das gerät kaputt ist, weil sie sich an deren anweisungen gehalten habe, es die karte aber nicht erkennen würde. ein zweiter, enthibbelter versuch unter anleitung der bäckereifachverkäuferin ist glücklicherweise von erfolg gekrönt.

meine brötchen habe ich dann auch noch bekommen
happy end!

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